,,Alte Liebe rostet nicht“ – Handelsbeziehungen mal anderszurück

Auftakt der Workshopreihe am Bertha-von-Suttner Gymnasium am 11.11.16

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Video zum Workshop

Unter dem angekündigten ,,TTIP-Vortrag“ haben wir 10.-Klässler des Bertha-von-Suttner Gymnasiums in Pfuhl/Neu-Ulm uns einen unerträglich langen und trockenen Vortrag von einem alten, eingerosteten Politiker vorgestellt. Man war zwar froh, dass dadurch einige Schulstunden ausfielen, hatte aber trotzdem recht wenig Lust an einem Freitag bis 14:30 Uhr in der Schule zu sitzen. Im Nachhinein jedoch haben sich diese vier Stunden, die wir mit dem Team der Europäischen Akademie Bayern, vertreten durch Dominik Tomenendal und Pamina Oestreicher, verbracht haben, auf jeden Fall gelohnt.

Nachdem unsere Rektorin Jutta Gruber alle recht herzlich willkommen geheißen hatte, begrüßte uns auch Birgit Schmitz-Lenders und erklärte kurz, was uns in diesem Workshop erwarten würde. Sie war als Vertretung für Frau Dr. Beate Merk gekommen, da diese leider verhindert war. Anschließend an die Videobotschaften von Frau Dr. Merk und Herrn Menze, einem Vertreter der Europäischen Kommission, die uns weiter über die Gründe und Intentionen dieser Workshopreihe informierten, wurden alle Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und damit begann der eigentliche Workshop.

Europa und Amerika sind verbunden durch langjährige Handelsbeziehungen. Diese Verbindung sollte eigentlich durch TTIP gestärkt werden, was jetzt, nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA, allerdings sehr ungewiss ist. Dass das Handelsabkommen eventuell nicht zustande kommt, wird nicht viele „Normalbürger“ traurig stimmen, Wirtschaftler und Politiker wahrscheinlich schon. Auch unter uns Schülern waren vor allem die unterschiedlichen Standards, die die Lebensmittel betreffen, ein Grund eher gegen TTIP zu sein.

Bevor wir allerdings darüber diskutierten, unterhielten wir uns über europäische und amerikanische Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Wir wurden über Europa hinsichtlich Geographie, Kultur und Politik aufgeklärt und konnten in einem kleinen Gruppenspiel, das darin bestand, ein Europa-Puzzle zusammenzusetzen und alle Länder zu benennen, unsere Kenntnisse beweisen.

Nach einer kurzen Mittagspause kamen wir dann auf die Präsidentschaftswahl zu sprechen. Welche Auswirkungen wird der Sieg Donald Trumps auf Europa haben, sowohl wirtschaftlich als auch politisch? Es war sehr interessant einmal Einschätzungen von einem Fachmann bzw. einer Fachfrau zu hören und nicht schon wieder nur panikbringende Horrorvorhersagen wie im Internet oder im Fernsehen vorgesetzt zu bekommen. Durch die gemeinsame Diskussion über das Thema konnten sich alle Schüler beteiligen und ihre persönlichen Meinungen einbringen. Bei diesem Projekt handelt es sich wahrlich nicht einfach um eine ermüdende Vortragsreihe. Die Schüler können aktiv am Lernen der Grundsätze der EU, der Relevanz unserer Handelsbeziehungen und der wirtschaftlichen Auswirkungen politischer Änderungen teilnehmen. Abschließend lässt sich sagen, dass man die Veranstaltung eventuell etwas kürzen sollte, sie aber eine Möglichkeit ist Wirtschaft und Geographie an der Schule einmal anders, realitätsbezogener und vor allem aktueller zu gestalten.

Melanie Wolf, Klasse 10 c