„Bilder aus dem Inneren schöpfen“zurück

Werke des P-Seminars Kunst waren vom 21. bis 23. Oktober in der Galerie auf der Insel in Thalfingen zu sehen.

 

Gute Kunst hat zwei Ebenen: Sie ist auf der oberflächlicheren Ebene ästhetisch anzusehen und sie hat auf tieferer Ebene einen authentischen Kern – sie entspringt einem inneren Bedürfnis des Künstlers, etwas zu kommunizieren.

Was und wie kommuniziert werden soll, variiert sehr stark:

  • Ein Werk kann seinen Ursprung im Künstler ganz direkt transportieren: Ein Gedanke, eine Fantasie, ein Gefühl, welche auf symbolische Weise für den Betrachter relativ eindeutig vermittelt werden.
  • Ein Werk kann aber auch versteckte Quellen haben, die in der Gefühls- Erfahrungs- oder Gedankenwelt des Künstlers liegen und die subtil den Materialisierungsprozess angestoßen haben, die sich aber manchmal weder dem Künstler, noch dem Betrachter eindeutig offenbaren. Das Werk ist durch den Entstehungsprozess Kaleidoskop-artig gebrochen und bleibt rätselhaft. Oft regt es so den Betrachter dazu an, unbewusst etwas von sich selbst in die Deutung hinein zu legen.

Wie eindeutig ein Werk seine Quelle übermittelt, ist kein Qualitätsmerkmal. Auch fühlt sich nicht jeder Betrachter von jedem Werk gleichermaßen angesprochen.

Wichtig ist nur der Kontakt des Künstlers mit seiner inneren Quelle. Dieser Kontakt kann bewusst oder unbewusst bestehen. Bei manchen Menschen besteht dieser Kontakt ohnehin, andere profitieren von Techniken, die sie aus dem Trubel der Welt herausführen, ihnen helfen, in ihrem Innern anzukommen.

Bei „Bilder aus dem Inneren schöpfen“ ging es darum, den suchenden, den nachspürenden Aspekt des Schöpfungsprozesses zu betonen. Es profitieren Kunstwerk – welches an Tiefe gewinnt – und Künstler/in, denn der schöpferische Prozess tut gut und es können dabei wertvolle Einsichten gewonnen werden.

Welch wertvolle Kunstwerke dabei entstanden sind, konnte man vom 21.-23. Oktober 2017 in der Galerie auf der Insel in Thalfingen bewundern. Zum Auftakt gab es eine fulminante Vernissage mit Livemusik von Alexander Hospes und Tanzeinlagen.

Lore Kindermann