Zeitzeuge des Dritten Reichs am BvSGzurück

Am Dienstagnachmittag, 08.01.2019, wurden die neunten Klassen von einem Zeitzeugen aus der Region besucht, der den Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen und Erfahrungen während der Zeit des Dritten Reiches berichtete. Wolfgang Finkbeiner ist Jahrgang 1928 und erlebte eine Kindheit und Jugend unter dem Hakenkreuz, wodurch er sich selbst – auch laut des Titels einer seiner Bücher – um diese Zeit betrogen fühlt. Er erzählte den Schülerinnen und Schülern von seinen Erfahrungen bei der Hitlerjugend und beschrieb dabei den Drill und die Ideologisierung durch die Nationalsozialisten, erklärte aber auch, dass die Kinder gerne dort hingingen, da es für sie damals keine alternative Freizeitorganisation gab. Besonders gefesselt waren die Jugendlichen, als Herr Finkbeiner seine Erlebnisse als Flakhelfer während eines Bombenangriffs auf das Gelände des heutigen Blautalcenters schilderte. Auch seine Erfahrungen in amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft bewegte die Schülerinnen und Schüler. Sie nutzten die vermutlich einmalige Chance und stellten ihm immer wieder Fragen zu seinen Erlebnissen, welche Herr Finkbeiner gerne beantwortete. Die eineinhalb Stunden vergingen letztendlich viel zu schnell.

Der Besuch des Zeitzeugen kam bei allen Schülern sehr gut an und bereichert den Geschichtsunterricht. Kein Geschichtsbuch kann einen erzählten Erfahrungsbericht eines Zeitzeugen ersetzen. Ganz besonders war bei Herrn Finkbeiner, dass er aus der Region kommt und viele seine Erzählungen mit Orten verknüpft sind, die die Schüler heute noch kennen, wodurch eine direkte Verbindung von der Vergangenheit zur Gegenwart hergestellt werden konnte.